Inhalte zur Hebammenfortbildung

Schwangerschaft und Geburt stellen für die Mutter eine außergewöhnliche Situation in körperlicher, hormoneller und psycho-emotionaler Hinsicht dar. Auch die Zeit nach der Entbindung ist davon betroffen.
Jede schwangere Frau bekommt einen mehr oder weniger dicken Bauch. Aber jede Frau bringt andere Voraussetzungen mit. Größe, Gewicht, Gesundheit, Vorerkrankungen, Operationen, Körperhaltung, Bindegewebe, Anzahl vorheriger Schwangerschaften, Beruf, Fitness und nicht zuletzt auch die psychoemotionale Stabilität tragen wesentlich zum Verlauf der Schwangerschaft bei. Alle Aspekte zu beleuchten, würde den Rahmen einer Fortbildung sprengen.
Aber eines scheint mir doch aus osteopathischer Sicht wichtig zu sein: Der dicke Bauch verschiebt bei allen Schwangeren die Statik und führt u.a. zur Ausbildung eines Hohlkreuzes und damit zu Rücken- und Nackenschmerzen und häufig auch zum Einschlafen der Hände.

Mit stärkerer Ausprägung des Hohlkreuzes wird der Bauch mehr gedehnt und es treten zusätzlich öfter ein harter Bauch und Schwangerschaftsstreifen auf. Zunehmende Einengung der inneren Organe der Mutter (Lunge, Magen und Blase) führt zu Atemnot , Sodbrennen und häufigem Harndrang.
Es ist also sinnvoll, von Anbeginn oder auch während der Schwangerschaft ein fixiertes Hohlkreuz zu vermeiden. Außerdem kann der Bauch durch einen Gurt entlastet werden und die Haut am Bauch durch Massage gedehnt werden, spätestens ab dem Zeitpunkt, wenn er oft hart wird. Alle Techniken werden im Rahmen dieser Kurse mehr oder weniger ausführlich gezeigt, je nach Zeit.

Babynöte verstehen bedeutet, die Ursachen und die Folgen von verschiedenen Verhaltensmustern von Babys und deren Folgen zu verstehen.

Ein Neugeborenes entwickelt sich aus dem Ei heraus im engen Bauch seiner Mutter im Beugemuster.  Viele Faktoren entscheiden über die Ausprägung dieses Musters. Und je stärker es ausgeprägt ist, umso weniger kann das Neugeborene auf dem Rücken auf einer flachen Matratze liegen, so wie auch viele Erwachsene nicht auf dem Rücken gestreckt schlafen können. Die Folgen für die Kinder sind  umfassend! Beine nicht ablegen können bedeutet, dass die Kinder die Beine in Rückenlage anheben müssen. Dafür setzen sie  die Bauch-und Hüftbeugemuskeln ein und stöhnen vor Anstrengung, und gehen ins Hohlkreuz. Das Stöhnen wird von uns als “Drücken” fehlinterpretiert. Schreien, Schlafmangel, und durch beides mehr Stress und mehr Bauchspannung und dadurch immer weniger Liegen können setzen einen folgenschweren Kreislauf in Gang.

Der Kurs wird zum einen das grundlegende Verständnis für die Ursachen von Überstrecken,  Plagiocephalie, Lageasymmetrie, Unruhe, “Blähungen”, von Husten, Schnupfen, mangender Fähigkeit zur Bauchlage usw. verdeutlichen und direkte Hilfen aufzeigen.

Ebenfalls wird vermittelt, wie wir als Therapeuten und Hebammen den Eltern durch einen anderen Umgang mit dem Kind zu wesentlich mehr Ruhe, Entspannung, gutem Schlaf, gutem Trinkverhalten und vielem mehr verhelfen können.

Die teilnehmenden Therapeuten und Hebammen lernen die Körperhaltung, die Falten der Haut und spontane Reaktionen des Kindes zu  “lesen“, um so sicher und kompetent zu handeln. Des Weiteren sollen die Teilnehmer des Kurses lernen, die Eltern anzuleiten, damit auch die Eltern ihr Kind verstehen lernen und in die Lage versetzt werden, selbst kompetent und sicher und entsprechend der Bedürfnisse mit ihrem  Kind umzugehen.

Darüber hinaus werden Themen wie Impfungen, Medikamentengaben und Ernährungshinweise näher beleuchtet, ohne daraus eine Philosophie zu machen.